SCHLUSS DER ERZÄHLUNG

Hast Du einen Schluss zur Geschichte von Julia und Valens geschrieben?

Sende diesen doch an Martin Müller (mmueller@fgz.ch). Er wird sich bei Dir melden, um über eine Veröffentlichung auf dieser Website mit Dir zu diskutieren.

Wir sind gespannt auf Eure Vorschläge.

VORSCHLAEGE ZUM ENDE DER GESCHICHTE IN AUREA BULLA 2018

KLASSE U2, KUNST- UND SPORTGYMNASIUM ZÜRICH

LEHRERINNEN MARGARETHA DEBRUNNER und BETTINA URECH

VORSCHLAEGE ZUM ENDE DER GESCHICHTE IN AUREA BULLA 2020

KLASSE U2, KUNST- UND SPORTGYMNASIUM ZÜRICH

LEHRERIN MARGARETHA DEBRUNNER

Zehn Jahre später

 

Julia weinte laut, als Valens und Quintus vorsichtig den in einem Tuch gewickelten Körper in den Sarg stellten und nach Tradition mit Parfüms besprühten. Zwei Kinder standen bei ihr und gaben moralische Unterstützung. Die Kinder hatten ihren Grossvater nicht für lange gekannt, aber sie wussten, viele Leute starben, noch bevor sie Grosseltern geworden waren. Na, wenigstens etwas Positives, dachten sie. Tausende Ereignisse flogen durch Valens’ Kopf, die in den letzten zehn Jahren erfolgt waren, als er sich von der Leiche entfernte.  

Er hatte den Brief von Julia, kurz bevor er für seine Handelsreise nach Spanien aufgebrochen war, erhalten und hatte sich stattdessen auf den Weg nach Rom gemacht. Die Reise war anstrengend gewesen, vor allem, weil er kein Pferd besessen hatte. Zum Glück war er in einem kleinen Dorf von einem barmherzigen Mann als Gast eingeladen worden, hatte ihm seine Situation erklärt und das Dorf am nächsten Tag mit einem starken, jungen Pferd verlassen. So kam er nach zwei Monaten in Rom an. Das Problem war dann gewesen, die Residenz von Terentius zu finden. Er fragte Leute überall, wanderte ahnungslos in der gigantischen Stadt herum, schlief auf den gefährlichen Strassen von Rom, bis er nach einem Monat zufällig an den Trajansmärkten Julia begegnete. Sie war unglaublich froh gewesen, ihn zu sehen. Leider hätte sie eine Woche später Terentius heiraten müssen. Doch Valens hatte dann seinen Vater kennengelernt und er schaffte es, die Hochzeit abzusagen und Julias Familie zu überzeugen, eine Heirat zwischen ihr und Valens zu organisieren. Später fing er an zu studieren und wollte wie sein Vater Anwalt werden. Natürlich hatte er seine Adoptiveltern nicht vergessen. Nach einem halben Jahr hatte er ihnen einen Brief geschickt, in dem er sie einlud, nach Rom zu kommen. Dabei hatte Terentius versprochen, für sie einen Laden zu besorgen, damit sie ihren Beruf nicht aufgeben mussten. Sie akzeptierten und eröffneten somit ihre eigene Bäckerei in Rom. 

Julia legte eine Münze in den Sarg. Diese Münze wird Terentius Charon geben, damit er ihn über den Styx hinaus in die Unterwelt bringen könnte. 

„Möge Merkur ihm den Weg zeigen.“ Und so umarmte sich die Familie. Das Ehepaar Julia und Valens, und ihre zwei Kinder Daphnis und Chloe. 

 

Alexander Sahatci 

 

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„Ich glaube ich kenne ihren Sohn. Ich kenne ihn nicht nur, er ist mein engster Freund.“, sagt Julia.

„Was du kennst meinen Sohn! Wie heißt er? Wie geht es ihm? Kann ich in treffen?“, ruft Terentius erstaunt.

„Sein Name ist Valens und er ist ein Sohn des Bäckers von Augusta Raurica. Dieser Ring, den ich am Finger trage, ist von ihm.“

Julia zeigt Terentius ihren Ring.

„Liebt ihr einander?“

„Ja, ich glaube schon, wir wollten schon immer zusammen sein, aber leider können wir wegen unserer unterschiedlichen Herkunft nicht zusammen sein.“, sagt sie betrübt.

„Wo ist er? Ich will meinen Sohn kennenlernen!“

„Ich habe ihm vor ein paar Tagen einen Brief geschrieben. Aber es wird eine Weile dauern, bis eine Antwort eintreffen kann; vielleicht ist er verheiratet oder im Militär oder er verkauft seine Ware irgendwo im  römischen Reich.“, antwortet ihm Julia.

„Ich werde einen Boten nach Augusta Raurica senden, um ihn zu finden und nach Rom zu bringen, vielleicht besteht die Chance, dass ich ihn sehen kann und ihr zusammen sein könnt. Ulpianus könnte uns dabei helfen, es legal zu machen und ihn höher zu stufen. Ihr könntet dann sogar heiraten.“

So glücklich war Julia schon lange nicht mehr. Es bestand eine kleine Chance, dass sie zusammen sein könnten. Voller Hoffnung ging Julia schlafen und zum ersten Mal konnte sie richtig glücklich schlafen. Das einzige, was sie jetzt noch tun musste, war abwarten.

 

6 Monate später kam der Brief.

 

Liebe Julia und Terentius

 

Ich, euer Bote, habe Valens auf dem Weg nach Augusta Raurica gefunden; er war gerade aufgebrochen, um die Welt mit seinen Waren zu bereisen. Als ich ihm alles erzählt habe, wollte er euch unbedingt sehen. Jetzt sind wir auf dem Weg nach Rom zu euch. Valens redet mir immer die Ohren voll über Julia. Wenn das Gericht zustimmt, könnten sie sogar dieses Jahr noch heiraten, wenn sie es wollen. Das ist aber Julias Entscheidung.

Viel Glück!  Wir werden in ca. zehn Tagen in Rom eintreffen.

Liebe Grüße,

 euer Bote und Valens.

 

Adia Nhobs und Caterina Dütschler 

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Julia erzählt Terentius die ganze Geschichte bis ins Detail. Sie erzählt ihm, wer Valens ist, woher sie sich kennen, was es mit der Bulla auf sich haben könnte und wie sie voneinander getrennt wurden. Sie liess kein Ereignis aus.  

Nachdem sich Terentius alles genau angehört und durch den Kopf hatte gehen lassen, beschloss er, einen Boten mit einer Nachricht für Valens nach Augusta Raurica zu schicken. In dem Brief stand, wie Terentius damals sein Kind weggegeben hatte und sich um sein Wohlbefinden gesorgt hatte, wie er zu seiner Position in Rom kam und alle wichtigen Ereignisse seines Lebens. Auch dass er Julia kennengelernt habe und was sie in dem Ganzen für eine Rolle spielte, liess er nicht aus.  

Als der Bote in Augusta Raurica angekommen war, erfuhr er, dass Valens vor kurzem zusammen mit dem älteren Bruder von Julia ins Militär gegangen war. Der Bote liess die Nachricht Mucapora zukommen und kehrte wieder nach Rom zurück. 

Mucapora machte den Brief, welchen er vom Boten bekommen hatte, auf. Er konnte seinen Augen nicht trauen. Wie konnte es sein, dass dieses Kind, welches er einst von einem älteren Mann bekommen hatte, genau der Sohn von diesem mächtigen Terentius ist? Mucapora las den Brief noch einmal sorgfältig durch. Er war völlig überrumpelt und erstaunt, aber natürlich auch glücklich. Am nächsten Morgen in aller Frühe ritt er auf seinem Esel los, um Valens zurückzuholen. Es waren anstrengende Tage, und es war furchtbar warm. Nach einigen Tagen hatte er Valens und seine Kumpels eingeholt und konnte so Valens die tolle und doch beängstigende Nachricht überbringen. Valens war überglücklich und sehnte sich schon nach Julia. Ohne auch eine Sekunde zu zögern, packte er seine Sachen und verschwand mit Mucapora, ohne Aufmerksamkeit zu erregen. Sie ritten Tag und Nacht auf direktem Weg nach Rom. Nur selten machten sie Pausen, meistens dann, wenn die Tiere etwas trinken mussten und eine Pause brauchten. 

In Rom angekommen trafen Valens und Mucapora auf Terentius und Julia. Terentius, der nun die ganze Geschichte kannte, verstand, dass Julia und Valens füreinander bestimmt waren. Ausserdem hatte er gerade seinen verlorenen Sohn wiedergefunden.  Valens, der nun seinen leiblichen Vater vor sich hatte, sprach sich mit ihm aus und auf Anhieb mochten sich die beiden gegenseitig. 

Valens war überglücklich, denn er hatte erfahren, wer seine leiblichen Eltern waren, und alle stimmten der Heirat von Valens und Julia zu. Valens und Julia kehrten mit Mucapora nach Augusta Raurica zurück, um allen die Neuigkeiten zu berichten. Sie bekamen eine Kutsche von Terentius für die Heimreise. 

In Augusta Raurica angekommen wurden sie von vielen bekannten Gesichtern willkommen geheissen und es gab ein grosses Essen. Die Hochzeit wurde geplant und schon einige Wochen später fand sie dann statt. Alle wurden eingeladen, wichtige Leute aus Rom, Terentius, Julias Familie, Valens‘ Familie. Sogar alte Bekannte reisten extra an. Die Hochzeit war ein riesen Erfolg und so lebten Valens und Julia bis an ihr Lebensende glücklich miteinander. 

 

Ylenia Lussi