AUREA BULLA III

Aurea Bulla

Von Aventicum reist Julia mit ihrer Mutter Cornelia und ihrem Bruder Quintus nach Forum Claudii Vallensium (Martigny). Zusammen mit Quintus erkundet sie die Stadt am Fusse des Summus Poeninus (Grosser St. Bernhard). Auf dem Forum treffen sie den duumvir Quintus Silius Saturus, der ihnen die Route über den Pass beschreibt. Der Aufstieg auf den Pass ist für alle äusserst schweisstreibend. Doch die grandiose Berglandschaft lässt Julia alle Anstrengungen vergessen. Über Augusta Praetoria (Aosta) gelangen sie in die Ebene des Flusses Padus (Po). Beim Anblick des Meeres bricht Julia in einen Freudenschrei aus. Das Meer ist viel schöner, als sie es sich in ihren Träumen vorgestellt hat. Oft muss Julia an Valens denken, der von all diesen wunderbaren Eindrücken nichts mitbekommt. Als die Achse ihres Reisewagens bricht, werden sie plötzlich von drei brutalen Räubern überfallen. Nur mit grösster Mühe können Quintus und der Sklave Ursus die Räuber abwehren. Einer von ihnen wird getötet, die anderen entkommen mit Julias Schmuck.

Nach über dreissig Tagen kommen sie endlich in Rom an, wo sie die elegante, sympathische Tante Julia Attia herzlich willkommen heisst. Julia ist überwältigt von Rom, dem Mittelpunkt des römischen Reiches. Sie besucht die luxuriösen neuen Thermen, die Caracalla hat bauen lassen, die verschiedenen Märkte und den Circus Maximus. Das Amphitheatrum Flavium mit den Gladiatorenspielen überlässt sie ihrem Bruder. Der erste Besuch bei ihrem zukünftigen Ehemann Terentius Gentianus wird kein Erfolg. Terentius scheint sich mehr für die Rechtsfälle von Julia Attias Ehemann, dem berühmten Juristen Ulpianus, zu interessieren als für sie. In seinem Garten fällt ihr eine bronzene Büste auf, die sie merkwürdigerweise an Valens erinnert. Mit der Zeit lernt Julia Terentius als sehr respektvollen, äusserst liebenswürdigen Mann kennen. Mit ihm das Leben zu teilen, scheint ihr nicht mehr unvorstellbar. Da entdeckt sie in einem der Läden der Trajansmärkte ein abgebrochenes Stück einer goldenen Bulla. Ist es das fehlende Stück von Valens’ Bulla? Julia schreibt ihrem Freund sofort einen Brief mit einer genauen Zeichnung.

Valens’ Leben in Basilia ist einsam und traurig. Sanucius und Marcus Valerius Paternus werden zu Duumvirn gewählt. Als Valens Brote für die Feier liefern will, kommt es zu einer Schlägerei mit Primus, dem arroganten Sohn von Paternus. Er hält es in Basilia nicht mehr aus und überlegt sich, zur Armee zu gehen. Sein Stiefvater, der Veteran Felix Mucapora, bringt ihn davon ab und ermuntert ihn, eine Handelsreise nach Spanien zu unternehmen.

In Rom erfährt Julia einiges über die vielen exotischen Religionen, die es in der Stadt gibt. Ulpians Sekretär Mago erzählt ihr von den merkwürdigen Glaubensvorstellungen der Christen. Eines Tages fragt Julia Terentius nach der bronzenen Büste in seinem Garten. Terentius erzählt ihr, dass er während seines Dienstes im Legionslager von Vindonissa ein Verhältnis mit einer Helvetierin hatte. Sie starb bei der Geburt ihres gemeinsamen Sohnes. Terentius übergab das Baby mit viel Geld einem Händler. Als Erkennungszeichen gab er ihm ein Stück seiner eigenen goldenen Bulla mit. Julia greift in ihren Beutel und hält Terentius das Stück der goldenen Bulla entgegen.